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Hintergrund und Motivation

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Die Grundidee ist, dass in der Wohnung von Pflegebedürftigen eine Brille für alle Pflegenden vorhanden ist, die individuell unterschiedliche Informationen zur Erleichterung und Verbesserung der Pflege anzeigt. Die Pflegebrille soll professionell und informell Pflegende entlasten, ihre Zusammenarbeit verbessern, und die notwendige Reorganisation von Pflege hin zu einem stärkeren Einbezug von informell Pflegenden (Angehörigen oder Freunden) fördern.
Das Projekt nimmt aktuelle Entwicklungen in der Pflege auf: Zum einen rückt es den Fokus auf Personen im sozialen Umfeld pflegebedürftiger Menschen (informell Pflegende) und ihre Interaktion mit professionell Pflegenden (z.B. MitarbeiterInnen von Pflegediensten).

Die Pflegebrille soll diesen Akteuren im Alltag helfen, gemeinsam die medizinisch-pflegerische Versorgung sicherzustellen und dabei für Pflegende und Patienten eine hohe Lebensqualität zu erreichen. Zum anderen wird mit der Intensivpflege ein immer wichtigerer Bereich adressiert: Immer mehr Pflege, die früher stationär durchgeführt wurde, wird heute und in Zukunft in der häuslichen Umgebung durchgeführt. So können heute Patienten, die bspw. ein Beatmungsgerät benötigen, zu Hause ein selbstbestimmtes Leben führen und werden dort versorgt.

Dies erzeugt jedoch auch höhere Anforderungen an den Einsatz und die Kompetenzen der Pflegenden. Fragen der Zusammenarbeit professionell und informell Pflegender werden in diesem Zusammenhang bisher kaum betrachtet, sind jedoch hoch relevant.

 

Ziel des Projektes

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In „Pflege mit Durchblick“ soll auf Basis der bereits am Markt verfügbaren Augmented Reality (AR)-Datenbrillen (bspw. „Google Glass“) ein Konzept entwickelt und umgesetzt werden, mit dem Datenbrillen sowohl von professionell als auch informell pflegenden Menschen als Hilfsmittel eingesetzt werden können, um pflegebedürftigen Menschen ein Höchstmaß aus Betreuung und Lebensqualität zu ermöglichen.

Hierfür sollen die Datenbrillen so mit Software ausgestattet werden, dass sie als „Pflegebrille“ eine intuitiv benutzbare Kommunikationsschnittstelle zwischen den pflegenden Akteuren darstellen, die sich den jeweiligen Kompetenzen der Beteiligten anpassen. Sie sollen individuelle Anweisungen, Informationen und Funktionen liefern, die sowohl von professionellen und informellen Pflegekräften genutzt werden können, um bei der Pflege unterstützt zu werden und voneinander profitieren zu können

 

Innovation

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Die wissenschaftlichen und technischen Arbeitsziele reichen von der Umsetzung einer technischen Lösung für die Pflegebrille bis zur Untersuchung der Auswirkungen ihrer Nutzung:

  • Anwendung innovativer Technologien auf die Pflege: Technologien mit hohem Innovationspotential wie Datenbrillen, die bereits verfügbar sind, werden in der Pflege anwendbar gemacht – günstig, intuitiv, sicher und mit Mehrwert.
  • Es werden Verfahren und Lösungen für den Einsatz der Pflegebrille innerhalb geschlossener Räume und im Kontext von Aufgaben der Pflege entwickelt (Objekterkennung, Ortsbestimmung etc.).
  • Untersuchung von Auswirkungen auf Akteure und Prozesse in der häuslichen Pflege, insbesondere Belastungen und qualifikatorische Aufgaben, aber auch Potentiale und neue Qualitäten für alle Beteiligten.
  • Es werden technische Lösungen und Prozesse entwickelt, die den Anforderungen der Pflege an Datenschutz und Datensicherheit entsprechen. Dies wird durch technische Maßnahmen zur sicheren Datenübertragung und -haltung sowie durch Konfiguration eines Systems erreicht, mit dem keine sensiblen Daten über das Internet ausgetauscht werden.

Ziel des Projekts ist es, noch während der Projektlaufzeit ein marktreifes Produkt zu entwickeln, das für alle Beteiligten nutzbar und nützlich ist, und das sich positiv auf die Qualität der Pflege auswirkt. 

 

BMBF

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Das Verbundprojekt Pflegebrille – Pflege mit Durchblick ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Projektträger ist die VDI Technologiezentrum GmbH. Das Forschungsprojekt Pflegebrille hat eine Laufzeit von 3 Jahren und startete am 1. Mai 2016.

Förderkennzeichen: 16SV7464